Spring ins Groove-Abenteuer: Lerne Hip-Hop!
Wenn man über Hip-Hop-Tanz spricht, stehen oft Technik und Ausstrahlung im Mittelpunkt. Klar, Basics wie Präzision, Groove oder die Fähigkeit, sich im Takt zu bewegen, werden
überall diskutiert. Aber im Alltag, wenn man wirklich „draußen“ auf einer Bühne steht oder spontan auf einer Jam tanzt, merkt man schnell: Das reicht selten. Was nutzt das perfekte
Ausführen einer Welle, wenn man im entscheidenden Moment nicht flexibel reagieren kann? Viel entscheidender ist doch, wie man auf unvorhersehbare Situationen eingeht, wie man Fehler
kaschiert oder aus ihnen sogar einen neuen Move entstehen lässt. Ich erinnere mich an eine Situation, bei der ein Tänzer beim Battle aus dem Gleichgewicht kam – und anstatt zu
stolpern, hat er daraus einen völlig neuen Flow entwickelt, den keiner kannte. Da wurde Kreativität nicht nur ein Schlagwort, sondern plötzlich der Unterschied zwischen Applaus und
betretenem Schweigen. Genau diese Fähigkeit – aus dem Moment heraus zu handeln, sich anzupassen, Neues zu erfinden – wird oft unterschätzt, obwohl sie in der Praxis alles verändert.
Wer Hip-Hop-Tanz nur aus der Theorie kennt, merkt schnell, dass die Realität viel komplexer und widersprüchlicher ist. Plötzlich reicht es nicht mehr, Choreos einfach nur
„abzuspulen“. Man lernt, wie man mit anderen kommuniziert, ohne Worte, allein durch Bewegung und Energie. Diese Art von Verständigung, besonders in internationalen Crews, ist Gold
wert – und sie lässt sich auf vieles übertragen, nicht nur auf die Bühne. Es geht um Selbstvertrauen, die Fähigkeit, eigene Ideen einzubringen und trotzdem im Team zu funktionieren.
Und mal ehrlich: Wer will schon immer nur nachmachen, was andere vorgeben? Manchmal sind es die kleinen, mutigen Entscheidungen in einem improvisierten Freestyle, die später im
Berufsleben den Unterschied machen.
Am Anfang steht fast immer das Warm-up, und ich schwöre, jedes Mal fühlt es sich anders an, obwohl die Moves oft ähnlich sind. Die Musik vibriert durch den Raum, manchmal ist es ein
Song wie “The Breaks” von Kurtis Blow, der plötzlich alte Erinnerungen weckt. Und dann, wenn alle anfangen, die Basics zu üben—Toprock, Downrock—ist es fast, als würde die Zeit kurz
stehenbleiben, weil jeder sich so darauf konzentriert, den richtigen Groove zu erwischen. Später, wenn die Gruppe ein bisschen lockerer wird, tauchen Fragen auf. Wie genau soll der
Arm jetzt schwingen? Muss das Knie so weit raus, oder sieht das nur bei den Profis cool aus? Keiner will die erste Person sein, die nachfragt, aber meistens bricht jemand das Eis.
Es gibt diesen einen Moment, wo ich merke, dass selbst der Dozent – heute trug er eine Mütze mit einem winzigen Brandloch – nicht alles perfekt vormachen kann (und das macht ihn
sympathisch). Und dann die Musikwechsel. Plötzlich läuft etwas richtig Schnelles, ein Remix, der viel zu hektisch wirkt. Manchmal, ehrlich gesagt, verstehe ich gar nicht, wie ich
mithalten soll – aber irgendwie schafft man es dann doch, weil alle um einen herum auch einfach weitermachen. Das Licht im Raum ist manchmal schummrig, was die Atmosphäre fast wie
bei einer Jam-Session wirken lässt; man sieht kaum, wie der Schweiß auf der Stirn des Nachbarn glänzt. Manchmal endet die Stunde mit einem Cypher, aber nicht immer. Es ist schon
vorgekommen, dass spontan diskutiert wird, warum ein bestimmter Move “Whip” genannt wird, und plötzlich probieren alle gleichzeitig ihre eigene Version aus. Irgendwann riecht der
Raum nach Turnschuhen und Haarspray, und beim Rausgehen summt noch ein Beat im Kopf nach—man weiß, morgen zieht der Muskelkater ein, aber das gehört dazu.